

Die Burg
Das mächtige, majestätisch emporragende Schloß thront auf dem Ausläufer einer Felszunge, der sogenannten "Lay". Die Uranfänge desselben verlieren sich im Dunkel der Zeit. Einige Historiker meinen, es erhebe sich auf einem früheren römischen Kastell. Der älteste Burgteil ist der Westflügel mit dem Herrenhaus. Als Bauperiode wird das 12. Jahrhundert angenommen. Als Bauherr gilt Graf Gerhard von Sponheim, ein Bruder des Viandener Grafen. Zu Anfang des 15. Jahrhunderts, als das mächtige Geschlecht der Brandenburger in Clerf regierte, wurde die Burganlage bedeutend erweitert. Unter Friedrich I. begann der Bau des gewaltigen Burgunderturmes, um die Südflanke der Burg zu schützen. Dieser Turm wurde außerdem als Kerker verwendet. Die großen Wohnräume mit den Kellerräumlichkeiten des Südflügels ließ Friedrich etwas später herstellen. Im ersten Schloßhof erfolgte der Bau des sogenannten Hexenturmes, um den Burgeingang zu schützen. Im Jahre 1634 ließ Claude de Lannoy anstelle der kleinen Behausungen und Stallungen an der Nordseite einen Flügel mit großen Gesellschaftsräumen und einen mächtigen Rittersaal im flämisch-spanischen Stil errichten. Im Jahre 1659 entstanden unter Albert-Eugene de Lannoy im heutigen ersten Schloßhof mehrere Wirtschaftsgebäude mit Stallungen und Scheunen. Im Jahre 1671 wurde vor dem Eingang der Burg eine Wohnung für den Schloßwächter gebaut. An dieser Stelle befindet sich heute das Schloßrestaurant. 1721 erwuchs links neben dem Hexenturm ein großes Mauerwerk, das als Pferdestall diente. Die Wirtschaftsgebäude und die Mauern der Vorburg wurden im Jahre 1887 abgetragen. Mit diesen Steinen erbaute der Graf de Berlaymont im gegenüberliegenden Park ein modernes, herrschaftliches Haus, in dem heute das "Hotel du Parc" untergebracht ist. Im Jahre 1927 kam das Schloß in Privatbesitz. Nach dem 2. Weltkrieg erwarb der luxemburgische Staat die während der Ardennenoffensive (19. Dezember 1944) vollständig ausgebrannte Ruine. Heute befindet sich in dem prächtig renovierten Schloß eine Ausstellung von herrlichen Modellen unserer Landesburgen, ein Kriegsmuseum mit Waffen und Andenken an die Ardennenoffensive l944-1945, sowie die weltweit bekannte Bildersammlung des Kunstphotographen Edward Steichen.(extrait du guide touristique: Clervaux en Ardennes)






